Geschichtsverein Rösrath
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Haus Steeg
Rösrather Denkmal des Monats Januar 2014

Haus Steeg ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, das Obergeschoss im Westgiebel vorkragend, und steht auf einem massiven Kellergeschoss-Sockel in Bruchsteinmauerwerk mit Tonnengewölbe. Es ist in Ständerbauweise errichtet worden, d.h. die Fachwerkbalken laufen vom Erdgeschoss weiter über das Obergeschoss bis zur Traufe. Die Knaggen sind - mit Ausnahme des Westgiebels - innenliegend.
Mit großem Engagement renovierten die heutigen Besitzer Horst und Linda Schmalstieg 1978 das 400 Jahre alte Gebäude: Etwa 50 alte Balken mussten ersetzt werden, die 48 Fenster wurden, den Anforderungen des Denkmalschutzes entsprechend, für die kleinen Gefache einzeln angefertigt. Beim Einbau einer neuen Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallation wurde der Flair des altehrwürdigen Hauses behutsam erhalten.

Auch wenn nicht alle Geheimnisse gelüftet werden können, so zum Beispiel die Lage des ehemaligen Amtszimmers von Bürgermeister Franz Wilhelm Gammersbach, so bleibt Haus Steeg dennoch ein Musterbeispiel für den Erhalt eines geschichtsträchtigen Hauses, das nach wie vor als Wahrzeichen über dem Sülztal steht.

Eines der ältesten Häuser im Bergischen
Auch wenn wir so gut wie nichts über die Erbauer von Haus Steeg wissen, so steht doch fest, dass es in den Jahren 1577/78 errichtet worden ist. Laut dendrochronologischem Gutachten ist dieses Kleinod oberhalb des Sülztals im Rösrather Stadtteil Rambrücken eines der ältesten Fachwerkhäuser des Bergischen Landes. Ebenso eindeutig lässt sich der Name von Haus Steeg erklären: Die erste Bezeichnung dieses Gehöftes lautet "zum Stegh", genau so wie die Parzelle rechts und links der Sülz. Damit ist eine schmale Fußgängerbrücke belegt zwischen der Rambrücker Mühle und der Ortschaft Rambrücken, die erst vor einigen Jahren verschwand und weiter nördlich durch eine neue Fußgängerbrücke ersetzt wurde, über die die Bewohner von Rambrücken heute ins Rösrather Gewerbegebiet gelangen.

Vom Bauernhof zum Bürgermeisteramt
Während aus den ersten Jahren von Steeg wenig von Haus und Hof bekannt ist, hat Familienforscherin Elisabeth Klein die Geschichte der Familien auf Haus Steeg verfolgt. Hofbesitzer Johann Heinrich lässt seinen Sohn 1682 im Augustinerkloster in Rösrath taufen und ist, obwohl des Schreibens nicht kundig, Schöffe. Sein Urenkel Franz Wilhelm Gammersbach studiert Jura, lässt sich als Advokat in Haus Steeg nieder und wird in der Franzosenzeit 1808 zum ersten Bürgermeister der "Munizipalität" Rösrath ernannt. 1812 erlebt er in seinem Bürgermeisterbüro in Haus Steeg einen Überfall von Widerstandskämpfern, die einen Teil der französischen Akten vernichten. Gammersbach bleibt auch in preußischer Zeit Bürgermeister, verlegt aber später seinen Amtssitz nach Haus Venauen. 1837 geht das Haus in den Besitz der Familie Schwamborn über, die von Haus Steeg aus eine Gerberei in Rambrücken gründet.


Literatur:
- Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 1, S. 32 ff
- Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 4, S. 80 f
- Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 38, S. 131-154
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