Geschichtsverein Rösrath
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Forsbach Heide
Rösrather Denkmal des Monats März 2014

Das aus dem frühen 19. Jahrhundert stammende Haus, in zwei Bauphasen errichtet, besteht zum Teil aus Mauerwerk, zum Teil aus Fachwerk (Ständerbauweise mit geschosshohen, leicht geschwungenen Streben). Unter einer Haushälfte befindet sich ein Gewölbekeller aus Bruchsteinmauerwerk mit einem Lehmboden. Der ältere, talseits gelegene Teil besteht aus zwei Räumen, von einem führt eine gradläufige Stiege zum Obergeschoss. Der neuere, bergseitige Hausteil, hat wegen der Unterkellerung einen 16 cm höheren Fußboden. Im Obergeschoss sind noch die Zimmertüren aus dem 19. Jahrhundert erhalten, teilweise noch mit alten Riegeln und Beschlägen. Im Dachstuhl sind neben Fichtenholz auch zweitverwendete Eichenhölzer anzutreffen. Die ursprünglich offene Herdstelle ist dem Einbau eines neuen Kamins zum Opfer gefallen. In den 1950er Jahren erhielt das Haus auf der Talseite einen abgeschleppten Erweiterungsbau zur Aufnahme eines Badezimmers und eines Hauswirtschaftsraums. Die Fenster sind im gesamten Gebäude bis auf wenige Ausnahmen als einflügelige Sprossenfenstermit verstärkter senkrechter Mittelsprosse ausgeführt.

Heideweg 76 - typisch Bergisch
Als das Fachwerkhaus Heideweg 76 im Jahre 1991 unter Denkmalschutz gestellt wurde, hieß es: „Für die Erhaltung und Nutzung liegen insbesondere volkskundliche und städtebauliche Gründe vor, da das Gebäude weitgehend unverändert die Wohnverhältnisse im 19. Jahrhundert widerspiegelt ... und zusammen mit der zwischen dem Gebäude und dem angrenzenden Waldgebiet verbleibenden landwirtschaftlichen Fläche Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur des Bergischen Landes widerspiegelt.“ Der Ortsteil „Heide“ bildet bis heute den äußeren Rahmen der historischen Siedlungsstruktur des Ortes Forsbach

Dass Forsbach gegenüber den Orten im Sülztal, Hoffnungsthal und Rösrath, ein Schattendasein führe, ist zwar nicht ganz von der Hand zu weisen. Einige Aspekte sprechen jedoch dagegen: Die Herren von Forsbach besaßen seit dem späten Mittelalter das Recht, die Volberger Pfarrer einzusetzen, die Wohnqualität in ruhigen Vierteln am Rande des Königsforstes lockte später viele Zugezogene hierhin und fast weltweit bekannt wurde Forsbach nach dem 2. Weltkrieg durch die Traditionsdisco „Whisky Bill“.

Familiengeschichten - zwischen Brüssel und Forsbach
Die heutige Besitzerin Vera Grobhoffer kann von einer spannenden Familiengeschichte erzählen: Ihre Ururgroßeltern, Karl Caspers (1810- 96) und Julia Caspers (1827-1900), gehörten zu den ersten Bewohnern des zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichteten Gebäudes. Ihre Großmutter, Paula von Bukowski, zog als junge Frau zu ihrem Onkel Karl Kraus nach Brüssel und arbeitete in dessen Kontor. In Belgien heiratete sie den Schmuckhändler und -fabrikanten Hans Salzsieder; 1900 kam Sohn Fritz zur Welt, 1904 Tochter Yvonne. Sie lebten glücklich in Brüssel, bis sie zu Beginn des Ersten Weltkriegs nach dem Einmarsch der Deutschen Belgien verlassen mussten und nach Köln zogen. Dort heiratete Tochter Yvonne und brachte 1928 Vera Grobhoffer zur Welt. „Oft waren wir in Forsbach bei Verwandten,“ weiß sie zu berichten. Großvater Salzsieder, in dessen Firma auch seine beiden Kinder arbeiteten, begann mit der Produktion von Uhrarmbändern, später auch von Lederzubehör für die Wehrmacht. In Köln 1943 ausgebombt, verlagerte er sein Geschäft bis 1949 nach Forsbach in ein Stallgebäude am Mühlenweg (nach dem Krieg kath. Kirche), wo er über 20 Arbeiter beschäftigte. Die Familie wohnte in einem Wochenendhaus in Heide. 1951 erwarb Vera Grobhoffer in Forsbach-Heide aus dem Nachlass von Karl Kraus ein Gelände von 15.000 m2 und zog später hierhin.


Literatur zu Forsbach:
- Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath: Forsbach, Band 26 (2. Auflage)

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