Geschichtsverein Rösrath
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Burghaus Scheltensülz
Rösrather Denkmal des Monats Juni 2014

Das dreigeschossige Satteldachhaus aus spätgotischer Zeit, das bis ins 19. Jahrhundert ein weiteres Geschoss umfasste, besteht aus unverputzten Grauwackebruchsteinen, die durch Kalkmörtel verbunden sind - mit einer Wandstärke von 1,50 m im Untergeschoss. Die Fensteraufteilung ist unregelmäßig. Reste von Werksteingewänden im Obergeschoss deuten auf ehemalige gotische Fenster mit steinernen Fensterkreuzen hin. Verriegelungslöcher an Fenstern und Eingangstüre zeugen von der Wehrhaftigkeit.

Aus der über 500 Jahre langen Geschichte der Burg
Die Sülzer Burg, auch Haus Scheltensülz genannt, ist nicht nur eines der ältesten Häuser des Bergischen Landes, sondern hat vor allem größtenteils seine mittelalterliche Bausubstanz erhalten. Während die Burg selbst in den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts errichtet worden ist, hat die Familie Schelten bereits 1400 das "Erbgut zur Sulzen" von Herzog Wilhelm von Jülich als Lehen erhalten. Die Reihe der Besitzer ist lang, unter ihnen auch für die Gemeinde wichtige Persönlichkeiten wie Rudolph Philipp Boullé, der 1774 den Hoffnungsthaler Hammer errichtete, oder die Gebrüder Reusch, die aus dem Hammerwerk 1816 eine Metallfabrik machten. Stammt ein Gebäude aus alten Zeiten, ranken sich auch Sagen um ein solches Gemäuer: Die Heiden, die ehemals auf dem Lüderich wohnten, hatten nach dem Einsturz ihres Berges ihr Domizil in Haus Scheltensülz aufgeschlagen, von wo aus sie Raubzüge im Sülztal veranstalteten. Jedoch wurde die Burg von der christlichen Bevölkerung belagert, und nur die Heiden, die sich taufen ließen, kamen mit dem Leben davon. Wie auch immer, die Verbindung mit dem Lüderich und dem dortigen Bergbau mag in der Geschichte der Sülzer Burg sicher eine Rolle gespielt haben.

Wie das Haus erhalten geblieben ist
Die Geschichte der Sülzer Burg nahm in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts einen günstigen Lauf: Dipl. Ing. N. J. Sturm, der beruflich bereits mit Sanierungen von historischen Gebäuden zu tun hatte, konnte durch glückliche Zufälle und in großem Einvernehmen mit den Vorbesitzerinnen die beiden Haushälften 1983 und 1991 erstehen. Damit ergab sich die Möglichkeit einer umfangreichen fach- und sachgerechten Restaurierung des gesamten Burggebäudes. Dass der geschichtsinteressierte neue Burgbesitzer die Gelegenheit nutzte, bei der Freilegung von Mauern und Decken auch die Baugeschichte untersuchen zu lassen, führte zu einer 130 Seiten starken Publikation im Rahmen der Schriftenreihe des Geschichtsvereins Rösrath (Band 38). Beschrieben wird darin nicht nur, wie eine mächtige Mittelsäule aus einem 1470 gefällten Eichenstamm die Deckenkonstruktion trägt, sondern auch die einstige Umgebung des ursprünglich viergeschossigen Burghauses mit Wassergräben und Zugbrücke.


Literatur:
Schriften des Geschichtsvereins Rösrath (Band 38):
- Wilhelm Becker, Scheltensülz. Von einem der ältesten Burghäuser des Bergischen Landes und seinen Bewohnern.
Schriften der Stadt Rösrath:
- Barbara Wenig, Rösrather Geschichtspfade (Route 1, S. 37 ff.)
Alle Schriften erhältlich beim Geschichtsverein Rösrath und im örtlichen Buchhandel
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