Geschichtsverein Rösrath
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Villa „Am Hammer 12“
Rösrather Denkmal des Monats Oktober 2014

Die Villa „Am Hammer 12“ steht auf einem Gelände von großer historischer Bedeutung: Der kluge Kaufmann Rudolf Philipp Boullé aus Porz begann 1773 mit der Errichtung des „Hoffnungsthaler Hammers“ an der Sülz, der schließlich 1816 von der oberbergischen Unternehmerfamilie Reusch übernommen wurde, die den Standort zu einem großen Metall verarbeitenden Betrieb ausbaute. Zusammen mit der Bergwerksgesellschaft „Vieille Montagne“ finanzierte Reusch 1890 den Bau der ersten Eisenbahnlinie von Bensberg ins Sülztal, der beiden Firmen den notwendigen Bahnanschluss brachte. Mit Pferden wurden die Güterwagen auf einer Drehscheibe umgesetzt. Der Erfolg des Betriebs gab den Namensgebern Recht, und so wurde um 1900 der alte Ortsname „Volberg“ von der Bezeichnung „Hoffnungsthal“ abgelöst. Nach dem 2. Weltkrieg wurden bis zum Ende des Jahrhunderts Heizkörper produziert und dann mit LKW ausgeliefert, bis das Betriebsgelände heute eine neue Nutzung erfährt.


Von der Unternehmervilla zur Werbeagentur
Ein zentrales Gebäude im Firmengelände war die heutige Villa „Am Hammer 12“, Ende des 18. Jahrhunderts bereits von Boullé als Wohnhaus errichtet. Das Gebäude wurde 1880 durch Aufstockung, Änderung der Innenaufteilung und Neugliederung mit spätklassizistischen und neubarocken Elementen stark verändert, typisch für die Unternehmervilla: die metallenen Kapitelle im Obergeschoss. Zur Staumauerseite entstand ein von vier Säulen gebildeter Portikus. Das Souterraingeschoss blieb auf der Südseite weitgehend unverändert. Bei der Sanierung 1989-91 durch Familie Naus-Kurschildgen waren umfangreiche Erneuerungen notwendig; auf die vorherige Raumaufteilung wurde jedoch Rücksicht genommen. Erhalten blieb auch die Treppe aus der Zeit um 1880, deren Geländer mit schlanken Balustern vesehen ist. So wurde der repräsentative Charakter des Gebäudes, das ursprünglich Wohnsitz des Fabrikeigentümers war, später jedoch als reines Verwaltungsgebäude der Firma Reusch diente, wieder hergestellt.

Die Villa hat viele Seiten ...
Während an der Südwestseite des Geländes ein englischer Park angelegt wurde, grenzt die Villa im Norden an den Hammerweiher. Neben dem Portikus auf der Nordseite ein Detail aus der Ostseite, eine allegorische Figur, Handel und Gewerbe darstellend.

Heute stellt Inhaberin Silke Oepen die von Familie Naus-Kurschildgen gegründete Werbeagentur so dar:
"Wir sind eine Full-Service Werbeagentur, die Ihnen von der Beratung über die Konzeption und Kreation bis zur Produktion Ihrer Werbemaßnahmen als zuverlässiger Partner zur Seite steht. Wir verpacken Ihr Produkt in ein attraktives Design, präsentieren Ihr Unternehmen in hochwertigen Katalogen und Broschüren und lassen sie auf Plakaten, im Internet oder auf Mesen richtig gut aussehen."

Literatur:
- Barbara Wenig, Rösrather Geschichtspfade, Rösrath 1994, S. 146 ff
- Geschichtsverein Rösrath, Hoffnungsthal, Ein geschichtliches Bilderbuch, Rösrath 2006, S. 24 ff
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