Geschichtsverein Rösrath
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Haus Eulenbroich, Torhaus,
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Klostermühle
Rösrather Denkmal des Monats April 2016

Die Klostermühle gehörte im 17. Jahrhundert zu Haus Eulenbroich. Im 18. Jahrhundert ist sie an das Rösrather Augustinerkloster übergegangen, das die seelsorgerische Bretreung der Rösrather Katholiken übernahm und von dem heute noch die Kirche und das Augustinushaus erhalten sind. Die Mühle wurde durch einen nördlich von der Sülz abzweigenden Obergraben mit Wasser versorgt. Ein ebenfalls lang gestreckter Untergraben führte das Wasser der Sülz wieder zu. Die Mühle stand wie viele andere tief gelegenen Gebüde bei den verheerenden Hochwasserkatastrophen des Sülztals unter Wasser. Dämme und Regenrückhaltebecken vermindern heute diese Gefahr erheblich.

Translozierung gelungen, Straßenprojekt verfehlt
Nach der Säkularisierung des Rösrather Klosters wurde auch die Getreidemühle stillgelegt. Als Wohngebäude bestand die "Klostermühle" noch in den 1970er Jahren, wenn auch in einem nicht allzu guten Zustand. Als man dann mit dem Plan einer Umgehungsstraße begann, die etwa von der Menzlinger Brücke südlich an Rösrath vorbei bis zur Hauptstraße in Bahnhofsnähe geführt werden sollte, wurde das Gebäude 1980 abgebrochen und etwa 300 Meter weiter an seinem heutigen Standort neben Haus Eulenbroich versetzt. Bis heute beherbergt das neu errichtete und gründlich restaurierte ehemalige Mühlengebäude ein französisches Restaurant, das im Ensemble von Haus Eulenbroich weit über die Grenzen Rösraths hinaus bekannt ist. Das Lokal mit Ziegelsichtmaeuerwerk serviert französisch-belgische Spezialitäten in einem urigen Fachwerkhaus und wird in vielen Gourmetführern erwähnt.

Das Denkmal
Die Translozierung von Denkmälern bedeutet für die Verantwortlichen im Denkmalschutz eine problematische Entscheidung, die nur in besonderen Fällen gelingt; dies traf für die Klostermühle zu, die nun sogar wieder im ursprünglichen Zusammenhang mit Haus Eulenbroich steht.
Es handelt sich um einen zweiflügeligen und zweigeschossigen Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, der vor der Translozierung gründlich untersucht wurde. Vor dem Abriss wurde die Klostermühle in einer Ausstellung von Michael Claus dokumentiert: "Fachwerkgebäude passen sich in der Landschaft deshalb so gut an, weil die tragende Konstruktion aus Holz besteht. Die tragenden Teile bestehen aus Shwelle, Stiel, Strebe, Riegel und Rähm. Die einzelnen Teile wurden auf dem Zimmerplatz vorgefertigt (Abbund) und auf der Baustelle zusammengefügt."

Literatur: Schäfer, Leonore / Kistermann, Eva: Wassermühlen im Bergischen Land, in: Heuter, Christoph (Red.): Mit Feuer und Wasser: Stationen der Industriekultur zwischen Wupper und Sieg, Essen 2000, 44-49
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