Bahnhof Rösrath

Nachdem die Eisenbahn bereits 1870 Bensberg und von Siegburg aus 1884 Overath erreicht hatte, wurde sie im Sülztal dringend erwartet. Vor allem die Metallfabrik Reusch in Hoffnungsthal und die Bergwerksgesellschaft „Vieille Montagne“/AG des Altenbergs in Immekeppel waren darauf angewiesen, ihre Waren zu den Häfen am Rhein zu transportieren. Schon dachten sie über eine Schmalspurbahn durch den Königsforst zum Rhein oder eine Drahtseilbahn aus dem Sülztal zum Bensberger Bahnhof nach. Nach der Verstaatlichung der Eisenbahnen gelang schließlich mit Hilfe des aus Bensberg stammenden preußischen Ministers Hermann von Budde der Bau der Strecke Bensberg – Forsbach – Rösrath – Hoffnungsthal – Immekeppel, zu 90 % bezahlt von den genannten Firmen und 1890 eröffnet. Die Fortführung der Strecke nach Lindlar erfolgte 1912, nachdem bereits 1910 die direkte Verbindung von Overath durch den Tunnel über Rösrath direkt nach Köln eröffnet worden war. Bei diesem Ereignis wurde das 1890 errichtete Bahnhofsgebäude in Rösrath noch einmal umgestaltet, denn nun fuhren die Züge zu vier verschiedenen Zielen: Lindlar, Overath, Bensberg und Köln. Nach vielen Streckenstilllegungen im 20. Jahrhundert hat die Strecke von Köln über Rösrath und Overath nach Gummersbach und Meinerzhagen überlebt und ist sogar wieder bis Lüdenscheid verlängert worden. Nach über 125 Jahren wurden die Zugänge zu den Bahnsteigen nunmehr auch barrierefrei gestaltet, angeschlossen an den benachbarten Busbahnhof.

Das Denkmal

Das zweigeschossige, zweiachsige Empfangsgebäude, im Baustil angelehnt an die bergischen Bahnhöfe der ehemals Bergisch-Märkischen Eisenbahn, umfasste den Schalterraum, Wartesäle im Untergeschoss sowie Wohnräume in den Obergeschossen. Angebaut wurde ein Güterschuppen in der damals geforderten Fachwerkbauweise und mit überkragenden Vordächern sowohl auf der Straßenseite als auch zum Gleis hin, zum Schutz beim Be- und Entladen. Das Hauptgebäude erhielt ein Krüppelwalmdach und leider nicht mehr erhaltene Schwebegiebel. Während im Erdgeschoss große Fensterformate eingesetzt wurden, teilte man diese im Obergeschoss, in dem sich die Wohnung des Bahnhofsvorstehers befand, in gekuppelte Fenster mit Mittelpfosten und Oberlichtern. Leider ist bis heute die ursprüngliche Fassadengestaltung nicht wieder hergestellt worden: Über einem Bruchsteinsockel erhob sich eine gemusterte Verschieferung, die in einer als Traufgesims ausgebildeten Verbretterung endete, in die die Fenster des Obergeschosses einschnitten. Die ehemaligen Gauben im Schieferdach sind hingegen noch erhalten geblieben.

Literatur:

  • E. Dommer, R. Wagner u.a., Eine Bahn ins Bergische, Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 40, Rösrath 2010
  • Bernd Franco Hoffmann, Die Sülztalbahn, Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 42, Rösrath 2012
  • Geschichtsverein Rösrath, Schriftenreihe Bd. 47, „denk mal: 112 denkmalwürdige Objekte im Stadtgebiet Rösrath“, Rösrath 2017

Lage:

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