Gaststätte Müllenbach

„Whisky Bill“

Das Kerngebäude stammt mindestens aus dem 19. Jahrhundert, denn es liegt noch eine Zeitungsannonce vor, in der Inhaber Carl Müllenbach den Neujahrsball am 1. Januar 1869 ankündigt. Nach seinem Sohn Gustav übernahm nach dessen Tod der Bruder, Otto Müllenbach, die Gaststätte. Otto wurde 1897 aus dem preußischen Husarenregiment entlassen und betrieb als gelernter Sattler die Gastwirtschaft im Familienbetrieb. Er war der letzte lizensierte Vogelfänger von Forsbach, der mit Futter auf gelegten Leimspuren „Krammetsvögel“ (Wacholderdrosseln) fing. Sie wurden als Delikatesse gehandelt und verkauft.

Sohn Werner Müllenbach hatte Koch und Konditor gelernt, beließ es aber nicht nur bei dem Gastbetrieb. Er wurde als Stimmtalent in Forsbach entdeckt und begann eine Gesangsausbildung an der Oper in Köln, wo er bald schon in Operetten auftrat. Er war so erfolgreich, dass er 1939 schon eine Zusage für die Berliner Operettenbühne bekam. Doch dann kam der Zweite Weltkrieg dazwischen. Eine wechselvolle Geschichte war dem Haus in den kommenden Jahren beschert. Durch die belgischen Besatzungssoldaten in Rösrath, die immer wieder Whisky verlangten, nannte Werner Müllenbach sich „Whisky Bill“ und auch der Vergnügungsstätte gab er diesen Namen. Die neue Musikrichtung, die in den 1960er Jahren mit Rock’n Roll, den Beatles u.v.a. in Mode kam und die Jugend anzog, ließ die Disco weit über die Grenzen von Nordrhein Westfalen bekannt werden. Die Söhne Eberhard und Otto Müllenbach jr. führten den Betrieb weiter. Neben der Disco war der Saal mit Kneipe und Kegelbahn für Karnevalssitzungen, Theateraufführungen, Kunstausstellungen, Weihnachtsfeiern und als Vereinshaus ein idealer Veranstaltungsraum.

Literatur:

  • Forsbach – Vom Leben eines Dorfes zwischen Königsforst und Sülztal, Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 26, Rösrath 1995
  • Geschichtsverein Rösrath, Schriftenreihe Bd. 47, „denk mal: 112 denkmalwürdige Objekte im Stadtgebiet Rösrath“, Rösrath 2017
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