An zentraler Stelle zwischen der Volberger Kirche und der Sülzbrücke gelegen, erlebte das aus dem 19. Jahrhundert stammende Haus Lüghausen-Schlüter eine bewegte und facettenreiche Geschichte: Gasthof mit Saal, Bäckerei mit Handlung, Geschäftshaus und Kanzlei, Büro- und Wohnhaus – vielfältiger kann ein Haus kaum genutzt werden. Eine große Zäsur erlebte das Gebäude, als es am 21. März 1913 Raub der Flammen wurde. Kein geringerer als der bekannte Kölner Architekt Franz Brantzky ließ das repräsentative Gebäude aus Lindlarer Grauwacke wieder errichten und fügte in der Mittelachse einen turmartigen Erker mit barocker Haubenabdeckung hinzu. Knapp 30 Jahre später wurde das Haus noch einmal beschädigt, als zum Ende des Zweiten Weltkriegs die Wehrmacht die angrenzende Sülzbrücke in die Luft sprengte. In den Nachkriegsjahren gab es hier nur einen Holzsteg ans andere Ufer, bis die neue Sülzbrücke errichtet und 1952 wieder eingeweiht wurde.
Nach der Brandkatastrophe 1913 beauftragten die damaligen Besitzer Otto und Martha Lüghausen den Kölner Architekten Franz Brantzky mit dem Wiederaufbau. Dieser behielt die Dimensionen des repräsentativen Vorgängerbaus bei und entwickelte den Neubau ganz im Sinne seiner auf traditionelle Werte hin orientierenden Architektur. Die zur Hauptstraße hin ausgerichtete Fassade wurde wieder fünfachsig angelegt, jedoch sollte nun die Mittelachse ganz im Sinne dieser Architektur durch einen turmartigen Erker mit barocker Haubenabdeckung betont werden. Auch das Mansarddach kam überhöht wieder zum Einsatz. Lediglich im Erdgeschoss wird durch die unterschiedliche Behandlung der straßenseitigen Fensterabschlüsse eine leichte Verunklärung im Aufriss augenfällig. Seit 1985 steht das Haus Lüghausen-Schlüter – ehemals Volberg 30, mittlerweile Hauptstraße 219 – unter Denkmalschutz. Das Haus befindet sich heute im Besitz des bekannten Hoffnungsthaler Architekten Kurt Schlüter, der in diesem Haus bereits seine Kindheit erlebt hat und es in den letzten Jahren innen aufwändig restaurieren und modernisieren ließ.
Literatur:
- Hoffnungsthal, ein geschichtliches Bilderbuch, Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 36, Rösrath 2006
- Ein halbes Jahrhundert im Spiegel der Kamera von Fritz Zapp aus Hoffnungsthal, Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 44, Rösrath 2014
- Geschichtsverein Rösrath, Schriftenreihe Bd. 47, „denk mal: 112 denkmalwürdige Objekte im Stadtgebiet Rösrath“, Rösrath 2017
