Kloster Rösrath

Als der Kölner Erzbischof Maximilian Heinrich von Bayern 1672 die Schenkung der Rösrather Vitus-Kapelle an die Kölner Augustiner-Eremiten bestätigte und ihnen die katholische Christenlehre sowie die Bekehrung von Nicht-Katholiken in Rösrath ans Herz legte, lagen die Ereignisse der Reformation und die konfessionelle Spaltung der Sülztalgemeinde schon eine Weile zurück: Um 1563 war die Volberger Pfarrei evangelisch geworden, während die Adeligen der Häuser Stade, Venauen und Eulenbroich katholisch geblieben waren. Sie bemühten sich nunmehr um eine ortsnahe seelsorgerische Betreuung, da die nächstgelegene katholische Pfarrkirche in Altenrath weit entfernt lag. Augustiner-Eremiten ließen sich anwerben, und so entstand ab 1677 ein Klostergebäude in Rösrath. 1703 wurde die Kirche fertiggestellt, 1708 ein Friedhof angelegt und 1710 eine Schule eingerichtet.

Erst 1853 wurde Rösrath eine eigenständige Pfarrei: Die Klosterkirche wurde zur Pfarrkirche St. Nikolaus von Tolentino, aus dem angrenzenden Konventsgebäude wurde das Pfarrhaus mit Wohnung und Verwaltungsräumen, das anschließende Augustinushaus diente bis in die 1950er Jahre als Schulgebäude für Rösrath. Nach dem Neubau der Volksschule am Sandweg wurde das Augustinaushaus zum Pfarrsaal und zur Bücherei umfunktioniert. Die unterhalb des Klostergeländes im Sülztal gelegene Klostermühle wurde verkauft und Ende des 20. Jahrhunderts in die Nähe von Haus Eulenbroich transloziert, weil sie der Planung einer Umgehungsstraße für Rösrath im Wege war. Heute beherbergt das Gebäude ein allseits bekanntes Restaurant. In neuerster Zeit erfuhr das Klostergelände eine moderne Arrondierung zur Talseite hin: Im Frühjahr 2014 errichtete die „Klostergarten Rösrath GbR“ dort zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt zwölf Eigentumswohnungen, welche die KSK-Immobilien GmbH, Immobilienmakler der Kreissparkasse Köln, unter dem bezeichnenden Namen „Klostergarten Rösrath“ verkaufte.

Das Denkmal

Einen besonderen Platz im Ensemble der ehemaligen Klostergebäude nimmt die Kirche ein: ein zur Straße hin giebelständiger, verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorabschluss, der von einem verschieferten Satteldach eingedeckt ist. Wegen Baufälligkeit wurde die Kirche 1903-1908 umfassend renoviert und teilweise bis zum Sockel abgetragen. Der Saalraum, der zuvor im Innern eine flache Holztonne hatte, erhielt ein Kreuzrippengewölbe, das außen durch doppelt abgetreppte Strebepfeiler zwischen den Rundfenstern aufgefangen wurde, während in der Ostwand ein rundbogiges, mit der Jahreszahl 1684 bezeichnetes Portal des Klosters wiederverwendet wurde. An der Südseite wurde eine Sakristei angebaut, darüber eine Empore, mit Doppelarkade zum Kirchenschiff geöffnet. Zahlreiche Elemente barocker Innenausstattung sind vorhanden: Kanzel, Orgel, Altäre und Statuen, die in den unten aufgeführten Heften im Detail beschrieben sind.

Literatur

  • Waltraud Rexhaus, In Gottes Namen – Die Augustiner-Eremiten zu Rösrath und die Gegenreformation im Herzogtum Berg, Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 23, Rösrath 1989
  • Waltraud Rexhaus, Der Liber Conventus – Das Klosterbuch der Augustiner-Eremiten zu Rösrath, Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 24, Rösrath 1992
  • Helmut Wolff (Hrsg.), Katholische Pfarrkirche Rösrath – St. Nikolaus von Tolentino, „Rösrather Denkmäler“ 6, Rösrath 1998
  • Barbara Wenig, Rösrather Geschichtspfade (Route 1, S. 79 ff.), Rösrath 1993
  • Eva Marie Ehrig und Michaela Rung-Kraus, St. Nikolaus von Tolentino in Rösrath – Kirche erleben – Kirchenraum erleben, Rösrath 2004
  • – Geschichtsverein Rösrath, Schriftenreihe Bd. 47, „denk mal: 112 denkmalwürdige Objekte im Stadtgebiet Rösrath“, Rösrath 2017
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