Pfarrer Johann Wilhelm Scheibler hat in seinem Lagerbuch zahlreiche Details beschrieben, so auch den Neubau des Pfarrhauses 1770/71 statt eines baufälligen Vorgängerbaus. 1885 wäre das Gebäude beinahe erneut abgerissen worden: Kreisbaumeister Freytag stellte erhebliche Schäden an dem Gebäude fest und empfahl es abzureißen. „Bei jedem höheren Wasserstand der Sülz sei der Keller überschwemmt, der Inhalt der direkt nebenan liegenden Abtrittgrube trete ein und verpeste die Luft“ (SL 1, S. 53). Bürgermeister Leyhausen stellte 1886 jedoch fest, dass sämtliche Reparaturen ausgeführt worden seien, ohne dass das Gebäude abgerissen werden musste. Das zweigeschossige Fachwerkhaus ist fünfachsig, die Haustüre liegt in der Mittelachse. Das barocke Oberlicht gehört nicht zum Originalzustand. Die Sprossenfenster hingegen stammen aus der Reparaturphase von 1885 und sind mit Schlagläden versehen. Auch das Geländer in dem breiten Mittelflur mit schlanken Holzbalustern ist noch erhalten. Der Garten des Pfarrhauses wird von einer Bruchsteinmauer eingefasst. Nördlich des Pfarrhauses schließt sich ein eingeschossiger Bruchsteinstall mit Satteldach an, der 1830 errichtet wurde und ehemals als Pferde-, Kuh- und Schweinestall diente. Zu dem Anwesen, das wohl auch landwirtschaftlichen Zwecken diente, gehörte noch eine Scheune, etwa an der Stelle, an der sich heute das Baumhofshaus befindet.
Literatur:
- „die gottesgnad allein“ – 450 Jahre Evangelische Gemeinde Volberg, Schreiftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 41, Rösrath 2011
- Evangelische Kirche Volberg, „Rösrather Denkmäler“ 2, Rösrath 1990
- Barbara Wenig, Rösrather Geschichtspfade, Rösrath 1994
- Geschichtsverein Rösrath, Schriftenreihe Bd. 47, „denk mal: 112 denkmalwürdige Objekte im Stadtgebiet Rösrath“, Rösrath 2017
