Villa Longrée

Die Villa Longrée, die nördlichste der drei Reuschvillen östlich der Bergischen Landstraße, wurde 1864 durch den Architekten Becker für Daniel Reusch auf vorher unbebautem Gelände errichtet. In seiner historischen Bedeutung ist das Haus von unschätzbarem Wert, trafen sich doch hier – wenn auch rein privat – die beiden für Hoffnungsthal bestimmenden Faktoren: Bergbau und Industrie, Vieille Montagne und Gebrüder Reusch. Der katholische Bergwerksdirektor Karl Heinrich Longrée, dessen Familie ursprünglich im 18. Jahrhundert aus Belgien eingewandert war, nahm sich die evangelische Fabrikantentochter Hermine Reusch zur Frau – unter dem Stirnrunzeln der Hoffnungsthaler, die an solche „Mischehen“ noch nicht gewöhnt waren, und bezog die 1864 im Auftrag von Karl Daniel Reusch erbaute Villa, über der originalen Haustür gekennzeichnet durch die Symbole von Hammer und Schlegel.

Die Bauelemente des zweigeschossigen verputzten Massivbaus mit flach geneigtem verschieferten Walmdach, Dreiecksgiebeln und gequaderten Ecklisenen weisen deutlich Formen des Klassizismus auf. Die griechisch-römischen Vorbilder kennzeichnen das Gebäude eindeutig als neoklassizistisches Bauwerk, das sich im 19. Jahrhundert in dem recht bescheidenen Sülztal stark von den Bauernhäusern der Umgebung absetzte. In der Zeit nach 1900 wurde – dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend – ein Wintergarten an der Südseite angebaut.

Literatur:

  • Erhaltenswerte Denkmäler und Bauten in der Gemeinde Rösrath; Schriftenreihe Geschichtsverein Rösrath, Band 4, Rösrath 1980
  • Hoffnungsthal, ein geschichtliches Bilderbuch, Schriftenreihe des Geschichtsvereins Rösrath, Band 36, Rösrath 2006
  • Geschichtsverein Rösrath, Schriftenreihe Bd. 47, „denk mal: 112 denkmalwürdige Objekte im Stadtgebiet Rösrath“, Rösrath 2017
Scroll to top