Der Paffrather Hof und die Abtei Deutz
Zu den ältesten Höfen im Stadtgebiet Rösrath gehört der Paffrather Hof am Rande des Königsforstes. Möglicherweise existierte er bereits in der Gründungszeit vor über 1100 Jahren, liegt er doch auf einer Linie mit den wie auf einer Perlenschnur aneinandergereihten Höfen von den Rheinterrassen über Hasbach, Eicherhof, Paffrather Hof, Altvolberger Hof, Wiedenhof und Halfenhof als Sicherung der südöstlichen Begrenzung des Königsforstes. Urkundlich erwähnt wird er um 1200 als Lehenshof der Abtei Deutz, als der Lehnsmann „Adam de pafferode“ den Hof bewirtschaftete. Vom 15. bis zum frühen 19. Jahrhundert sind unter den Lehensmännern Familienmitglieder von der Burg Scheltensülz, von Haus Eulenbroich und von Haus Venauen. Heute werden der Hof und das dazu gehörende Gelände liebevoll von der Familie Schulte-Tigges gepflegt.
Eine Deutung des Namens „Paffrath“ ist zwar nicht völlig gesichert, zumindest aber dürfte sich die Silbe „-rath“ von „roden, gerodetes Land“ herleiten. Möglicherweise bedeutet die Silbe „Paff-„, dass es sich um ein durch „Pfaffen“ (Geistliche) gerodetes Land handelt.
Der Paffrather Hof am Rösrather Prozessionsweg
Die besondere Bedeutung des Paffrather Hofs in alten Zeiten wird sichtbar, wenn man einen Blick auf den alten Prozessionsweg wirft, der von der Rösrather Klosterkirche (seit 1853 Pfarrkirche) vorbei an dem heute noch existierenden Bildstock am Gerottener Weg zum Paffrather Hof führte. Hier stand das Wegekreuz, das heute in Ellersberg anzutreffen ist, an dem Hof des Fuhrmanns Paulus, der Güter mit Pferdefuhrwerken aus dem Sülztal nach Köln und zurück über Kleineichen auf der am Hof vorbeiführenden „Alten Kölner Straße“ transportierte. Vom Paffrather Hof führte der Prozessionsweg durch ein schmales Tal hinunter nach Venauen, wo sich an der Hauptstraße heute noch ein weiteres Wegekreuz befindet, von dort zurück zur Kirche. Der Bau der Provinzialstraße von Rath nach Untereschbach, die weiter westlich über Hack führt, ließ den Paffrather Hof und Ellersberg in den Schatten treten.
Das Denkmal
Historische Karten zeigen, dass die Gebäude des Paffrather Hofs im Lauf der Geschichte mehrfach verändert wurden. Selbst zur Zeit der Urkatasteraufnahme von 1826 bestand der Hof noch aus zwei voneinander entfernt gelegenen Einzelbauten. Erst nach Mitte des 19. Jahrhunderts entstand eine dreiflügelige Anlage; spätere Anbauten entstanden nach einem Brand und schließen den Innenhof heute bis auf den Einfahrtsbereich ab. Den ältesten Teil bildet das Wohnhaus an der Südecke des Hofes. Das Erdgeschoss besteht aus Bruchsteinmauerwerk, das Obergeschoss und der leicht abgewalmte Giebel aus Fachwerk. Der Dachstuhl zeigt einen zweireihig stehenden Stuhl. Der Kernbau wurde später rückwärts verlängert. Zum Hoftor hin entstand nach 1911 ein zweigeschossiger Anbau.
Literatur:
- Waltraud Rexhaus, „In Gottes Namen“ – Die Augustiner-Eremiten zu Rösrath und die Gegenreformation im Herzogtum Berg, Schriftenreihe des Geschichtsverein Rösrath, Band 23, Rösrath 1989
- Herrschaft der Höfe, Schriftenreihe des Geschichtsverein Rösrath, Band 38, Rösrath 2008
- Barbara Wenig, Rösrather Geschichtspfade, Rösrath 1993
- Geschichtsverein Rösrath, Schriftenreihe Bd. 47, „denk mal: 112 denkmalwürdige Objekte im Stadtgebiet Rösrath“, Rösrath 2017
