Adelenhof

Die Schweiz, offensichtlich in ganz Europa und darüber hinaus ein Synonym für Fremdenverkehr und Erholung, gab ihren Namen sowohl für Hoffnungsthal selbst – das entnehmen wir einem Wanderführer der 20er Jahre – als auch für das Gebiet am Fuß des Lüderichs im Ortsteil „Blech“ im Knipperbachtal, wo sich der Adelenhof zu einem Zentrum des Fremdenverkehrs entwickelte.

Die Bergische Schweiz wurde zu einem Ort, an dem Kölner Familien ihre „Sommerfrische“ verbrachten. Neben Inseraten, die auf die Nähe der Bahnstation hinweisen, gab es nun auch Ansichtskarten, die mit Verweis auf die „Bergische Schweiz“ im Vordergrund einen Dampfzug auf dem Weg zum Tunnel und im Hintergrund den Adelenhof zeigten.

Bereits 1912 hatte Gustav Bongart den aus dem Jahre 1800 stammenden Bauernhof gekauft, einen „Gartensaal“ angebaut und dann die Schankerlaubnis erhalten. Das Geschäft boomte: Die Familien Kölner Unternehmer blieben oft wochenlang hier, während das Familienoberhaupt täglich nach Köln zur Arbeit fuhr. Bongart baute Fremdenzimmer und einen Saal an.

Der Adelenhof in der Ortsgemarkung Bleche wird als Bauernhof erstmals 1800 erwähnt. 1912 erhielt Gustav Bongart „die Erlaubnis zum Betriebe der Schankwirtschaft in einem zu erbauenden Gartensaale in dem Haus Bleche Nr. 80 zu Adelenhof“. Auf dem Weg zwischen dem 1910 in Betrieb genommenen Hoffnungsthaler Bahnhof und dem Lüderich bot der Gasthof eine Einkehr für die Wanderer. Als das Gebäude in den 1920er Jahren um Fremdenzimmer und einen kleinen Saal erweitert worden war, zählten nun auch Kölner Familien zu den Gästen des Hauses, die oft Wochen blieben, ja, selbst im Winter die hauseigene Rodelbahn nutzten.

Literatur:

  • Geschichtsverein Rösrath, Schriftenreihe Bd. 47, „denk mal: 112 denkmalwürdige Objekte im Stadtgebiet Rösrath“, Rösrath 2017
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